Finanzen

Elterngeld ••• Kindergeld ••• Kindergeldzuschlag ••• Wohngeld ••• Bundesstiftung Mutter und Kind

Elterngeld
Was vielen wohl gleich in den Kopf kommt, ist das Elterngeld. Hierüber wird gerade hitzig debattiert. Denn seit dem Gerichtsurteil von 2013, das zur Folge hatte, dass Eltern für jeden Mehrling Elterngeld plus Mehrlingszuschlag erhielten, empfinden einige die Gesetzesänderung, die seit 2015 in Kraft getreten ist, als ungerecht.
Kurze Erklärung / Rechnung:
Die Jackpot-Regelung
Nach der erfolgreichen Klage des Ehepaares, war es Mehrlingseltern möglich, wie folgt Elterngeld zu beziehen:
Kind A: 67/ 65% + 300€ Mehrlingsbonus
Kind B: 300€ Sockelbetrag + 300€ Mehrlingsbonus
-> 65/ 67% + 900€ pro Monat.
Für Kind B bekam man „nur“ den Sockelbetrag, da das Elterngeld von Kind A als Einkommen angerechnet wurde und man dadurch nicht mehr bekommen konnte.
Auch wenn nur ein Elternteil zu Hause blieb, bekam dieser Elterngeld für beide Kinder.
Blieb der andere Elternteil auch zu Hause, bekam auch er für den entsprechenden Zeitraum noch Elterngeld für BEIDE Kinder.
Unterm Strich ganz schön viel Schotter.
Diese Regelung war gültig für alle bis zum 31.12.2014 geborenen Kinder.

Es bestand/ besteht auch die Möglichkeit diese Gelder rückwirkend zu erhalten. Wessen Kinder bis einschließlich 2010 geboren sind, hat entweder noch in 2014 den Antrag hierfür gestellt oder geht leider leer aus. Denn es gilt eine Verjährungsfrist von vier Jahren.
Demnach können alle Familien, deren Mehrlinge zwischen 2011 uns 2014 geboren sind, ihren Anspruch noch geltend machen. (Jahrgang 2011: bis Ende 2015, Jahrgang 2012: bis Ende 2016, Jahrgang 2013: bis Ende 2017, Jahrgang 2014 bis Ende 2018.)

Die neue Regelung (ab 2015)
Die oben genannte supa dupa Variante entfällt nun bis auf Weiteres. Doch es werden bereits erste Protest-Stimmen laut. Sie titeln mit dem Vorwurf, dass der Staat ihren zweiten Zwillingen einen niedrigeren Wert beimesse. Dass ich derlei Argumente albern finde, da es letztlich nur sie selbst sind, die da irgendwelche Werte zuschreiben, muss ich wohl nicht extra hervorheben. Dass Kinder viel Geld kosten und Mehrlingseltern fortan die Gekniffenen seien, finde ich ebenfalls erbärmlich als Begründung, Geld einsacken zu wollen. Welche anderen finanziellen Quellen angezapft werden können, nenne ich weiter unten in diesem Kapitel.
Fakt ist, dass die Regelung nun wie folgt lautet:
65/ 67% + 300€ Mehrlingsbonus.
Fertig. Also, im Grunde stinknormales Elterngeld und für jedes Kind, das zeitgleich noch extra im Bauch war, gibt es 300€ pro Monat extra. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das finde ich durchaus fair.
Elterngeld ist schließlich ein Lohnersatz. Wenn ich zu Hause bleibe, weil ich Eltern werde, fällt mein Lohn dich nur einmal aus, ganz gleich, ob ich fortan ein, zwei oder zehn Mäuler mehr zu stopfen habe.
Für diese Mehrkosten, die ich freiwillig in Kauf nehme, nein, für die ich mich frei entscheide, wenn ich ein Kind bekomme, schenkt uns Vater Staat das Kindergeld.

Kindergeld
Brandaktuell gibt es auch hier eine Änderung. Laut einer Pressemitteiling des Bundesministeriums wird das Kindergeld ruckwirkend zum 01.01.2015 um vier Euro je Kind erhöht. Somit erhalten Familien für ihr erstes und zweites Kind jeweils 188€ (vorher 184€), für ihr dritte Kind 194€ (vorher 190€) und ab Kind Nummer vier jeweils 219€ (vorher 215€).
Ab dem 01.01.2016 werden diese Beträge nochmal um jeweils 2€ erhöht.
Das Kindergeld ist eine finanzielle Leistung auf die ein Rechtsanspruch besteht. Für detaillierte Infos kann man gern auf den Seiten http://www.kindergeld.org oder http://www.bfmsfj.de nachsehen.
(Der Grundfreibetrag liegt derzeit bei 8.354 Euro und steigt 2015 um 118 Euro und 2016 um weitere 180 Euro.
Der Kinderfreibetrag beträgt momentan 7.008 Euro und steigt 2015 um 144 Euro und 2016 um weitere 96 Euro.
Diese Freibeträge stellen sicher, dass der Staat das Einkommen für den notwendigen Lebensunterhalt von Erwachsenen und Kindern nicht besteuert.)

Kinderzuschlag
Familien, die finanziell nicht so richtig gutndastehen, haben die Möglichkeit den sogenannten Kinderzuschlag zu beantragen.
Dieser beträgt monatlich maximal 140€ pro Kind.
Ab 01.07.2016 soll auch dieser erhöht werden. Ab diesem Zeitpunkt wird der Höchstbetrag dann bei 160€ pro Kind pro Monat liegen.
Anträge hierfür werden ebenfalls bei der jeweils zuständigen Familienkasse gestellt.

Wohngeld
Ebenfalls als ergänzende Leistung ist es möglich Wohngeld zu beantragen. Hierauf besteht nicht zwangsläufig ein Rechtsanspruch. Wer allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt, kann das Glück haben hier eine finanzielle Unterstützung zu erhalten.

Selbst wenn es nur ein minimaler Zahlbetrag sein sollte, ist der Bezug von Wohngeld eine gute Sache. Denn wer Mitglied in diesem Club ist, kann für seine Kinder das Bildungspaket in Anspruch nehmen. Das ist eine echter Gewinn. Zum einen werden auch Kosten für die Kita relativiert, wie z.B. Beiträge für das Essen, aber man kommt auch in den den Genuss 10€ pro Monat für Freizeitangebote wie den Sportverein, bezahlt zu bekommen. Zusätzlich werden Kosten für Ausflüge von Schule und Kita übernommen, sogar ganze Klassenfahrten. Zum Schuljahresbeginn erhalten Familien 70€ und zum zweiten Schulhalbjahr nochmals 30€ als Unterstützung um Schulbedarf kaufen zu können. Nachfragen lohnt sich also.

Bundesstiftung Mutter und Kind
Diese Stiftung richtet sich an Frauen in finanzieller Not. Einen Antrag kann jede schwangere Frau stellen. In einer Schwangerenberatungsstelle, beim DRK, der Caritas und ähnlichen Einrichtungen ist dies möglich. Der Schutz des ungeborenen Lebens steht hier im Vordergrund. Es soll niemand aus rein finanzieller Not gezwungen sein, ein Kind nicht bekommen zu können bzw. in klaren Worten, nicht abtreiben zu müssen.
Den Antrag kann man während der Schwangerschaft stellen. Es muss die komplette finanzielle Situation dargelegt werden. Man muss sich also quasi nackig machen.
Auch hier besteht kein Anspruch auf das Geld. Es ist eine rein freiwillige Zahlung der Bundesstiftung.
Je nach Einkommen schwanken die Zahlbeträge.

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