Definiere Zwillinge

Zwillinge
Auch, wenn Du wahrscheinlich schon an allen Ecken und Enden die medizinischen Informationen über Zwillinge gesehen und gelesen hast, komme ich nicht umhin, sie an dieser Stelle auch wenigstens in Kürze anzuführen, denn irgendwie gehört das ja dazu.

Es gibt zwei Formen von Zwillingsschwangerschaften: eineiig und zweieiig.

Beginnen wir bei den zweieiigen, auf schlau „dizygot“ (di= zwei; zygote= Zelle).
Zwei befruchtete Eier, die sich im Uterus ihr zu Hause einrichten. Jedes befruchtete Ei, entwickelt ein Chorion, die äußere Eihaut, aus der sich die Plazenta (Mutterkuchen) entwickelt und ein Amnion, die innere Eihaut, die wir umgangssprachlich als Fruchtblase bezeichnen.
Die entstehenden Kinder haben also jeweils ihre eigene Versorgungsstation und teilen sich lediglich den Uterus (Gebärmutter). Zwei von Drei Zwillingsschwangerschaften habe diese Form.
Zwillinge, die aus zwei Eiern entstehen, sind im Grunde zwei piepnormale Geschwister, die zufällig zur gleichen Zeit eingecheckt haben.

Das andere Drittel stellen die eineiigen Zwillingsschwangerschaften dar. Das sind diejenigen, die aus „nur“ einem Ei entstehen. Sie fallen unter die Rubrik „Laune der Natur“. Es sind reine Zufallsmutationen, die nichts mit familiärer Disposition, Räucherstäbchen oder der Nasenform zu tun haben. Es ist schlicht und einfach Glück!
Diese Glückskinder können auf unterschiedliche Weise ihr Nest in Mamas Bauch bauen. Dies ist wiederum abhängig vom Zeitpunkt, an dem sich die befruchtete Eizelle teilt.

Geschieht dies während der Tage 2-4/5 nach der Befruchtung, entstehen zwei voneinander unabhängige Früchtchen. So wie bei den zweieiigen. Jedes Kind hat sein eigenes Amnion und sein eigenes Chorion. Diese Art ist also mit der zweieiigen identisch und nur anhand einer genetischen Untersuchung differenzierbar.

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Teilt sich das befruchtete Ei zwischen Tag 4/5-7, so entstehen Zwillinge mit nur einer Plazenta, aber getrennten inneren Eihaeuten, bekannt als Mo-Di-Zwillinge
(Mo= mono= ein; Di= zwei; erstgenanntes bezieht sich auf das Chorion, das Zweite auf das Amnion).

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Eine Teilung zwischen Tag 7-13 bringt dann sogenannte Mo-Mo-Zwillinge hervor. Hier teilen sich die Kinder das Außenzelt und den Schlafsack.

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Teilt sich die Eizelle noch später, entstehen siamesische Zwillinge. Bei ihnen verläuft die Teilung nicht komplett. Sie haben Verwachsungen, die stark variieren können. Diese Zwillingsgruppe ist mit einem Häufigkeit von 1: 70.000 bis 1: 120.000 sehr gering.

 

Eine Besonderheit, die nur bei monochorialen Zwillingen auftritt, ist das gefürchtete Fetofetale Transfusionssyndrom (FFTS oder auch TTTS). Durch die Versorgung aus einer Plazenta, besteht die Möglichkeit, dass sich unerwünschte Gefäßverbindungen bilden und die Versorgungssituation der beiden Kinder erheblich gefährden.
Ein Kind wird zum sogenannten Spender (Donor). Ihm wird die Versorgung abgezwackt und es wird nicht ausreichend mit Blut und somit Sauerstoff und Naehtstoffen, bedient.
Das andere Kind wird zum Empfänger (Akzeptor) und wird überversorgt.
Für beide ist solch ein Zustand nicht lange tragbar. Es birgt ein enormes Risiko, das im schlimmsten Fall einem oder gar beiden Kindern das Leben kosten kann.

Dank der Technisierung ist eine engmaschige Überwachung möglich, die rechtzeitig ein solches Syndrom erkennen lassen kann. In solch einem Fall gibt es spezialisierte Fachärzte, die mittels Lasertherapie die unerwünschten Gefäßverbindungen kappen und so die Kinder retten können
Als Koriphae auf diesem Gebiet mochte ich an dieser Stelle auf Prof. Dr. Kurt Hecher aus Hamburg (tätig am UKE) verweisen.

Hier [klick] gibt es noch nähere Infos zum Thema.