Rausschmiss bei Aldi

Eigentlich hatte unser Tag ganz geschmeidig angefangen… Ich machte mir einen Kaffee, schmiss ein paar Laugenstangen zum Aufbacken in den Ofen und kurze Zeit später machten wir uns dann mit unserem Frühstücksersatz auf den Weg. Ich mit dem Lastenfahrrad, ein Kind auf dem Bobbycar, ein Kind auf dem Dreirad. Auf zum Wald! Die Affenschaukel wartete. Beim vorabendlichen Spaziergang waren wir Eltern schon zu müde gewesen und der Weg war zu weit, so schlug ich vor, am nächsten Morgen zur Affenschaukel zu fahren. Gesagt, getan.

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Schon nach zwanzig Metern musste das Bobbycar samt Fahrerin zu mir in die Kiste. Wenig später auch das zweite Gespann. Wir erreichten die Affenschaukel, schaukelten, aßen Laugenstangen, gingen den kleinen Berg hinunter, kletterten auf den Baumstämmen…und fuhren irgendwann wieder gen Zivilisation. Wir waren nämlich mal wieder mit einem Undungs-Auftrag unterwegs. Denn nur eine der Damen hatte in den Wald fahren wollen. Die andere Dame wollte zum Einholen. So ging es aus dem Wald direkt zum Aldi. Alles noch in Ordnung.

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Doch nach gut fünf Minuten im Laden nahm der Montag seinen Lauf…


Ein Kofferset hatte es einer meiner Damen angetan. Wir luden es erstmal in den Einkaufswagen. Mit der Ansage meinerseits, dass wir es allerdings nicht kaufen würden. Das machen wir oft so. Meistens reicht es schon, wenn die Sachen eine Runde durch den Laden kutschiert werden können. So nicht heute. Kurz vor der Kasse sprach ich das Kofferset an und mein Mädchen war not amused. Unbedingt wollte sie das Kofferset haben. Ich blieb ruhig. Zuschauer_innen interessieren mich in solchen Situationen nicht. Nach wenigen Minuten war sie bereit das Set wieder ins Regal zu legen. Machten wir dann (aufgrund der Höhe) gemeinsam. Alles ok.

Dann ging es zur Kasse. Ich war gerade dabei die Einkäufe aufs Band zu legen, da fuhr der wilde Watz in mein anderes Mädchen. Sie klammerte sich an mein Bein und fing an zu brüllen. Sie hätte etwas vergessen. Ich fragte nach: „Eis?“ Jo. „Aber wir kaufen doch heute kein Eis.“ Seit kurzer Zeit wird das nämlich durch Nicecream ersetzt. Nichts zu machen. Sie brüllte, wurde lauter, klammerte fester. Ich humpelte um die Kasse herum, versuchte die Einkäufe in den Wagen zu laden, während mein anderes Mädchen permanent versuchte den Wagen wegzuziehen. Das Alles erledigte ich noch mit Humor und einem Lächeln. Zwischendurch immer wieder Bezug nehmend auf das brüllende Bündel an meinem Bein. Geschafft. Die Kassiererin verabschiedete sich mit einem mitleidigen Lächeln und einem „Schönen Tag noch“.


Ich schob den Wagen, entgegen der Fernlenkung durch meine Tochter und noch immer mit einem Kind am Bein, weg von der Kasse, zur Fensterwand. Kassenzettel checken und Sekunden später hockend neben der noch immer schreienden Tochter. Das mit dem Eis war eine Finte gewesen. Mittlerweile schrie sie, dass sie etwas vergessen hätte. Ja, was denn bloß? Wir näherten uns an. Problematisch an solchen Situationen ist, dass die verbale Ausdrucksfähigkeit meiner Töchter noch relativ niedrig ist. Ich kann sie verstehen, Außenstehende eher kaum bis gar nicht. Aber wenn sie brüllen und schluchzen, verstehe auch ich fast nichts mehr. So muß ich mich mit Ja/Nein-Fragen durchschlagen. Irgendwann kam ich dahinter, dass sie noch Naschis kaufen wollte. Denn sonst dürfen sie sich immer eine Sache nur für sich aussuchen, wenn wir einholen gehen. Daran hatte ich nicht gedacht. Sie auch nicht. Aber nun war es ihr eingefallen. Da die beiden sich auch beim Einkaufen immer frei bewegen und genau wissen, wo sie ihre Beute finden können, schlug ich vor, dass sie schnell nochmal reinhuschen könnte, um sich etwas zu holen, ich würde derweil an der Kasse auf sie warten. Nein.


Wir waren also mitten in der Problemlösungsfindung als eine Kundin auf uns zukam, mich mit strengem Blick ansah und mich anfauchte, warum ich mit meinem brüllenden Kind nicht den Laden verlassen würde. Außerdem wäre es eine Frechheit, dass ich mit total übermüdeten Kindern einkaufen gehen würde. Das würde man ja sehen, dass er [!] total müde ist. Außerdem würde ich es auskosten (!!), dass mein Kind so außer sich sei. Ich wäre nicht darum bemüht, ihn [!] zu beruhigen. Ich müsste das aber in jedem Fall machen, und zwar draußen. Man könne hier gar nicht mehr einkaufen. Ich würde es nicht hinkriegen mein Kind zu beruhigen. Als Mutter müsste man das wohl schaffen. Ich war echt platt. So anmaßend. So dreist. So überheblich. So ekelhaft.

Dass sie überhaupt nicht wüsste, was hier gerade los sei. Dass ich mich gerade sehr intensiv um mein Kind kümmerte. Dass ich mein Kind nicht am Arm packen und raus schleifen würde. Dass es mir leid täte, dass sich andere gestört fühlen, ich deshalb aber nicht übergriffig werden würde. Und ob die Kassen von dem Lärm kaputt gegangen seien, fragte ich sie auch noch im Gegenzug. Dass sie kein Recht hätte, sich einzumischen. Dass es wirklich blöd von mir sei, mich überhaupt in dieser Situation mit ihr zu unterhalten, anstatt weiterhin bei meinem Mädchen zu bleiben. Reihenfolge und Ausschmückungen fallen mir nicht mehr ein. Aber das war es inhaltlich. Plötzlich war mein Kind ruhig. Die Frau ging dann kopfschüttelnd. Ich bedankte mich bei ihr, dass sie mein Kind ruhig gestellt hätte. Ich war getroffen. Wandte mich aber umgehend wieder meiner Tochter zu, die wieder angefangen hatte zu brüllen.

Noch eine Kundin ging an mir vorbei und zischte mich an. Allerdings blieb sie nicht stehen.

Und noch ein Mann reihte sich ein.

Wo bin ich hier nur gelandet? Wie kann ich meinem Kind gerecht werden und sie aus dieser Schleife heraus holen? Werden wir den ganzen Tag hier verbringen? Fragen über Fragen schwirrten in meinem Kopf umher, als plötzlich ein Kopf neben mir erschien und ich eine Stimme vernahm: „Entschuldigen Sie, ich bin der Regionalverkaufsleiter und ich möchte Sie bitten mit ihren Kindern den Laden zu verlassen.“ Bitte? „Ihr Kind ist so laut…es stört unsere Kassiererinnen bei der Arbeit. Sie müssen hier mit Geld hantieren und sich konzentrieren. Das geht nicht, wenn ihr Kind so brüllt.“ Das hatte ich ja nun noch gebraucht. Rausschmiss! Bei Aldi!

Es täte mir wirklich leid, wir würden niemanden vorsätzlich stören wollen, und es wäre für mich auch kein Vergnügen, was da gerade geschah. Ich würde auch sehr gern raus gehen und nach Hause fahren, jedoch würde ich mein Kind nicht gewaltsam aus dem Laden zerren. Sie auf den Arm zu nehmen, hatte ich nämlich bereits versucht. Diese zwei Versuche wurden aber direkt mittels Strampeln, Fuchteln und Schlagen unterbunden. Klares Zeichen, das ich respektierte.

Und wie ich da völlig perplex dem Aldi-Mann gegenüber stand, mir erneut anhören musste, dass wir gehen sollten und stören würden, ihm dann, mit Tränen in den Augen, entgegnete, dass er doch die Polizei rufen solle und ich nach wie vor nicht bereit wäre mein Kind gewaltsam hinaus zu befördern, dass wir seit drei Jahren mehrmals die Woche hierher zum Einkaufen kämen und es noch nie vorgekommen sei, dass meine Kinder sich so aufregten… verstummte sie. Stille. Mein Mädchen stand neben mir, sah mich an, nahm meine Hand und ging mit mir hinaus.


Völlig aufgelöst stand ich am Fahrrad, packte die Einkäufe ein und machte mich mit den Kindern auf ihren Fahrzeugen auf den Weg nach Hause. Bei EDEKA nebenan machten wir schon wieder die erste Pause, bei diesen Schmeiß-einen-Euro-rein-und-ich-wackle-einen-Moment-Autos, in die ich aber noch nie ein Geldstück geworfen habe. Just wollte ich meinem Mann eine Nachricht schreiben, um kurz ein bißchen Psycho-Hygiene zu betreiben, nahm das Telefon zur Hand und eine Freundin rief an. Karma. Ich hatte ihr kurz erzählen können, was uns gerade passiert war, ein paar Tränen vergossen, dann aber die Krone wieder gerade gerückt und aufrecht den Heimweg angetreten. Für die 800m brauchten wir nämlich noch eine Dreiviertel Stunde. Hier nochmal klettern, dort nochmal gucken. Rauf aufs Bobbycar. Runter vom Bobbycar. Bobbycar ins Lastenrad. Bobbycar raus aus dem Lastenrad. Gegenseitig schieben. Nicht mehr fahren wollen. Das ganze Programm. Ohne Geschrei. Mit viel Geduld. Ich war so glücklich, als wir zu Hause ankamen.


Ob mich jemand maßregelnd angesprochen hätte, wenn ich mein Kind am Arm gepackt und gewaltsam, gegen seinen Willen, aus dem Laden gezerrt hätte? Ich vermute, niemand hätte etwas gesagt. Vermutlich hätten einige sogar anerkennend genickt, weil ich mich durchgesetzt hätte, meinem Kind nicht seinen Willen gelassen. Diese alltägliche, gesellschaftlich akzeptierte Gewalt gegen Kinder, ist genauso absurd, wie traurig. Verdrehte Welt.

Der Aldi-Mann hatte entgeistert gesagt, er würde mein Kind nicht anfassen, als ich ihn aufforderte, uns hinauszubefördern. Eben, ich auch nicht. Niemand hat das Recht, so etwas zu tun. Ich als Mutter habe nicht das Recht, mein Kind gefügig zu machen, sondern die Pflicht, es zu schützen. Für seine körperliche, geistige und seelische  Unversehrtheit zu sorgen. Ich nehme das ernst. Ich nehme meine Kinder ernst. Seit dem ersten Moment ihres Lebens. Denn alle Menschen sind gleich. Große und kleine. Und wer sich selbst nicht schützen kann, sollte unbedingt und bedingungslos geschützt werden. Mindestens von seinen Eltern (oder denjenigen Personen, die sich in dieser Rolle seiner annehmen.)


Und ich frage mich noch immer, was genau es war, das mein Mädchen dazugebracht hatte, sich ganz abrupt zu beruhigen. War der Watz einfach verschwunden? Hatte sie mitbekommen, was da bei den Erwachsenen passierte? Hatte sie evtl. gar mitbekommen, dass ich in meiner Hilflosigkeit trotzdem aufrecht stand und den pöbelnden Menschen die Stirn bot, die forderten, dass ich gewaltsam gegen mein Kind vorging? Was auch immer es war… ich bin dankbar. Dankbar dafür, dass ich auf meinem Weg bleibe, immer gefestigter bin und diese anderthalb Stunden des Wahnsinns nicht als Horror betrachte, sondern trotzdem aus voller Überzeugung sage: Heute war ein guter Tag.


EDIT (22.06.2017)

Es mag ein wenig täuschen, doch wir waren an jenem Tag nicht ewig unterwegs und die Kinder völlig übermüdet. Tatsächlich waren sie erst gegen 09.30 Uhr aufgewacht und unser Einkauf war um 13.00 Uhr.

Dank der Moderne kann ich das Geschehen zeitlich nachvollziehen. Denn mein Zeitgefühl war gänzlich verschwunden. Doch laut Kassenzettel und meiner Telefonliste im Mobiltelefon kann ich sagen, dass vom Zeitpunkt des Bezahlen bis zum Verlassen des Ladens weniger als eine Viertelstunde vergangen war.

Der Laden stellte für mich einen geschützten Raum dar. Denn ich hatte nicht nur das aufgelöste dreijährige Mädchen bei mir, sondern auch ihre Zwillingsschwester. Bei diesem Aldi-Markt sind es nur wenige Schritte von der Ein-/ Ausgangstür bis zum Parkplatz auf dem die Autos fahren. Wir waren mit dem Fahrrad da. Selbst wenn ich ein wutentbranntes Kind gewaltsam aus dem Laden geschleift hätte, wären wir dann an einem komplett schutzlosen Ort gewesen, an dem ich nicht nur die Wut hätte auffangen, sondern auch noch gleichzeitig echte Gefahr (durch die fahrenden Autos) im Blick haben müssen. Der Platz im Gebäude, zwischen der Fensterwand und dem Einkaufswagen, war in jenem Moment unsere sichere Zone.

Ich habe mich gefragt, wie der Regionalverkaufsleiter anders hätte reagieren können. Eine Idee war, dass er (um sein Gesicht der genervten Kundschaft gegenüber zu wahren) hörbar das getan hätte, was er auch tat, mich zurechtzuweisen und des Ladens zu verweisen.  Im Stillen aber heimlich zu mir gesagt hätte, ob er mir helfen könne und dass es ok ist, dass wir dort sind, wo wir sind. Doch wenn ich darüber nachdenke, ist auch das eher unbefriedigend. Es hätte in jeder Situation beiden Seiten geholfen, aber trotzdem wäre es immernoch das Bedienen der überholten Mainstream-Meinung, nämlich dass es wichtiger ist, dass unsere Kinder parieren, gehorchen. Und bitte nicht stören. Wenn sie es aber doch tun, dann soll das bitte direkt unterbunden werden oder wenigstens hinter verschlossenen Türen geschehen. Wir Eltern müssen durchgreifen und den Kindern zeigen, wer das Sagen hat. Nein. Nein. Nein.

Ich glaube, ich würde mir wünschen, dass ich weder angemault noch hinausgeworfen werde. Dass man mich nur anspricht, um mir Hilfe anzubieten. Kein blinder Aktionismus, der ja auch schnell mal nach hinten losgehen kann. Sondern eine kurze Frage: kann ich Ihnen helfen? Hilfe anzunehmen habe ich nämlich in den letzten drei Jahren gelernt.


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Dankeschön!

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41 Gedanken zu “Rausschmiss bei Aldi

  1. Katharina schreibt:

    Respekt!
    Ich habe einfach wahnsinnigen Respekt davor wie du die ganze Situation gemeistert hast. Was sich manche Leute erlauben ist echt unglaublich!
    Respekt dass du es geschafft hast in dieser Situation ganz bei deinem Kind zu sein und diesem Druck stand gehalten hast. Die meisten hätten ihr Kind gewaltsam aus dem Laden geholt… einfach weil so Druck gemacht wurde. Respekt dass du das nicht gemacht hast und dich in diesem Moment schützend vor dein Kind gestellt hast! Ich zieh da wirklich meinen Hut vor dir!

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  2. Süssfroschclub Familienblog Augsburg schreibt:

    Keine schöne Erfahrung, man versucht das richtige zu tun und die andern Leute (deren Kinder sichelich schon viel älter sind) funken einem rein anstatt verständnissvoll zu lächeln (weil jeder mal solche Situationen hat). Schön das du dich nicht hast beirren lassen! Liebe Grüße

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  3. Manuela schreibt:

    Ich gehe oft mit meinen 5 tagis unterwegs einkaufen.. Bis auf die kleinste dürfen alle mitlaufen… Oft toben meine beiden zweijährigen auch durch die gange.. Aber mit einer Aufgabenstellung bekommen wie es meist geregelt… Letztens suchten wir Erdbeeren bei Aldi.. gab leider keine… Bei netto bekommen Sie immer freundliche Blicke und wie brav sie ihren Einkauf zeigten und so weiter… Ich finde deine Haltung gut.. Die einzige Frage die sich mir in solchen Situationen auftut … Haben die älteren Leute ihre Kids früher geschlagen vor allen Leuten oder gab es solche Situationen nie beiden eigenen Kids?Meine drei Söhne haben sich zwar auch nie so verhalten, aber meine freundin hat es bei Lidl geschafft sich neben ihren schreienden Sohn zu legen und sich genauso verhalten wie er… Echt zum brüllen.. Aber es hat gewirkt… Auslöser war nur das er den Knopf der brotschneidemaschine nicht drücken durfte!!! Es sind halt Kinder und die jedes hat eine andre Persönlichkeit und die sollte man redpektieren und drauf eingehen…

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  4. Maxgarete schreibt:

    Es heißt doch bei „Unerzogen“ aber immer, dass die Grenzen aller gewahrt werden. Das sehe ich ehrlich gesagt nicht, wenn die anwesenden Käufer gezwungen sind, sich den kompletten Wutanfall in voller Lautstärke anzuhören und ihr Bedürfnis, den Laden ohne Tinnitus zu verlassen, keine Rolle spielt.

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    • kraehenmutter schreibt:

      Kein Mensch bekommt ernsthaft von so etwas einen Tinnitus.
      Und wenn es doch kurz davor wäre, könnte vielleicht die Person den Laden verlassen oder in sichere Entfernung gehen, die gerade nicht völlig von ihren Gefühlen überwältigt wird.
      Es sind Kinder verdammte Axt, da wird von Erwachsenen ein Zusammenreißen und Sich Benehmen gefordert, dabei können sie es selbst nicht einmal.

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    • fraeuleinkassandra15 schreibt:

      Puuuh, und deswegen Kinder gewaltsam behandeln und aus dem Laden zerren? Nur damit andere Ruhe haben? Beim einkaufen?
      Das ist für mich die einzige Möglichkeit, die deiner Forderung nachkommt!
      Begleitung der Wut erfolgt an Ort und Stelle. Wenn das Kind noch so weit ansprechbar ist, dass es bereitwillig denn Laden verlässt, dann stellt sich die Problematik doch gar nicht. War hier nicht der Fall.
      Ich denke, da könnten sich die Umherstehenden mal etwas mehr Empathie (auch der Mutter gegenüber) aus den Ärmeln schütteln.

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      • Maxgarete schreibt:

        Das mit dem Tinnitus war überspitzt formuliert. Ich finde es schon sehr grenzüberschreitend zu erwarten, dass alle Kunden eine lange Brüllattacke ertragen oder sich aus dem Laden entfernen. Da sehe ich kein Gleichgewicht. Hier wird erwartet, dass ein Laden voller genervter Leute seine Grenzen überschreitet. Ich habe fünf Jahre im Einzelhandel gearbeitet; bis jemand gebeten wird, das Geschäft zu verlassen, muss echt viel passieren. Meiner Erfahrung nach bringt es auch überhaupt nichts, in so einer Situation auf das Kind einzureden. Das ist nicht aufnahmefähig. Und natürlich zerre ich es nicht aus dem Laden, aber ich nehme auf den Arm, gehe mit ihm raus (ja, auch wenn es sich sträubt – selbstverständlich ohne ihm wehzutun) und diskutiere die Sache draußen mit ihm aus. Es gibt noch andere Menschen im Universum. Und die haben auch Grenzen. Ich finde es toll, die Grenzen des Kindes zu respektieren, aber wenn darüber die Grenzen aller sonst noch Anwesenden ignoriert und überschritten werden, bin ich damit nicht einverstanden.

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      • Maxgarete schreibt:

        Wenn Du ernsthaft erwartest, dass alle anderen den Laden verlassen, respektierst Du ihre Grenze nicht. Die Mitarbeiter zumindest können auch nicht einfach gehen. Und eine Menge Leute haben ihren Tag so durchgetaktet, dass sie auch nicht mal eben so einfach gehen, ihren Einkauf stehenlassen und zu einem anderen Zeitpunkt können. Nicht jeder hat den ganzen Tag Zeit. Das ist ein Luxus, den viele Menschen einfach nicht haben. Und selbst wenn sie es können: Ich finde, hier wird eine eindeutige Grenze (die auch eindeutig kommuniziert wurde) nicht gewahrt. Ich finde das Unerzogen-Konzept wirklich spannend, aber bei Schilderungen wie dieser hier merke ich immer wieder, dass es nicht wirklich praktikabel ist, ohne die Grenzen anderer permanent zu überschreiten.

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    • Yseult schreibt:

      Weisst Du wo der Unterschied liegt?

      Darin, dass die Verkäuferinnen WISSEN können, dass es nur eine Weile dauern wird, weil sie erwachsen sind.
      Darin, dass die Kunden WISSEN können, dass das Kinder sind, weil sie erwachsen sind.

      Erwachsene können extrapolieren, projezieren und argumentieren.

      Kinder können das nicht. Kinder LERNEN Grenzen kennen. Kindern LERNEN mit Emotionen umzugehen. Kinder LERNEN die Welt kennen.
      Im Moment wo, das Gehirn wegen einem nicht erkannten Bedürfnis auf Überleben schaltet (Schreien, Aufmerkasm machen etc. etc.) kann nichts mehr rein. Kein Lernen. Kein Argumentieren. Keine Grenzen anderer. Nur ‚ah, Mama hat mich verstanden!‘. Und sonst nichts.

      Die Tatsache, dass Du von einem Mini-Kind erwartest, dass es deine ERWACHSENEN-Grenzen akzeptiert, reflektiert und beachtet, ist das eigentliche Schockierende.
      Dass unsere Gesellschaft keinen Platz oder Verständnis hat für Kinder in der Lernphase, das ist das Schockierende.

      Tinnitus… my ass.

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      • Adele schreibt:

        Weisst Du wo der Unterschied liegt?

        Es liegt nicht an Mini Kind in der Lernphase! Sondern wie man als Eltern damit umgeht.
        Man kann anderen trotzdem Respekt erweisen, auch wenn sein Kind gerade einen Wutanfall hat. Man muss nicht im Laden stehen bleiben, und es dort austragen. Es hat nichts mit Gewalt zu tun, wenn man sein Kind aus dem Laden traegt. Das nennt man Anstand! Das heisst aber auch nicht, dass sich andere Leute einmischen muessen.

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  5. reeni schreibt:

    Ohhh, wie sehr ich mich schon gestört gefühlt habe, wenn jemand im Supermarkt nach Schweiß oder Alkohol oder wochenlang-nicht-gewaschen stank!
    Rufe ich da den Filialleiter, lasse denjenigen rausschmeissen oder beschimpfe ich ihn direkt?!?

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  6. Natalie schreibt:

    Unglaublich traurig diese Anmaßungen, aber ich versuche mir immer zu sagen, dass ist sehr tief bei diesen Menschen verankert und sie wollen nix böses. Ihr Gedanke war ja auch das Kind zu beruhigen, der Hilfegedanke war da…aber der Filialleiter, unglaublich…ohne Worte.
    Deine Standfestigkeit genial!

    Deine Maus hat gespürt, was du jetzt brauchst und ihre Bedürfnisse nach hinten gestellt, ganz groß!!!

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  7. Gabi schreibt:

    Wow … mit Tränen in den Augen hab ich gelesen und mit einem Lächeln schreib ich diese Worte 👍🏻 Du hast nicht nur eine Einstellung, du lebst sie … und das ohne wenn und aber … DANKE

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  8. Ute schreibt:

    Ich ziehe den Hut vor Dir! Schöner Artikel, der mich zum Nachdenken anregt. Die meisten Menschen sind nicht kinderfreundlich. Wenn sie das wären, hätten ja die Kassierer, wenn sie sich nicht mehr konzentrieren können, ihre Hilfe anbieten können, oder?

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  9. Linda schreibt:

    Ich war heute mit meinem 3jährigen Enkel bei Aldi um schnell einen Duschkopf vom Angebot zu kaufen. Es war heiß, er war schon müde und hatte seinen Schnuller im Mund. An der Kasse hat er ein paar Worte mit dem Schnuller zu mir gesagt. Die Kassiererin zum Kind: Wenn Du redest musst Du denn Schnuller rausnehmen. Ich habe es ignoriert und bezahlt. Dann noch einmal von der Kassiererin: Nimm den Schnuller raus wenn du sprichst. In meinem Kopf hat es gerattert, sag ich etwas oder nicht. Ich lasse mich nicht mehr erziehem!,.,,.
    Ich habe geschwiegen, sonst wäre es für die Kassierein übel ausgegangen. Sich ungefragt einzumischen in solchen Situationen empfinde ich als Oma unerträglich. Aber zu meiner Freude war sie völlig perplex dass ich nicht reagiert habe.

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  10. kraehenmutter schreibt:

    Krass.
    Einfach krass.
    Ich bin echt schockiert.

    Das andere Leute kackendreist reagieren, passiert ja immer mal.
    Aber der Filialleiter hat völlig unangemessen reagiert, das würde ich wirklich irgendwo an höherer Stelle melden. Hilft euch nun im Nachhinein auch nicht weiter, aber setzt ein Zeichen gegen diese unglaubliche Kinderunfreundlichkeit.

    Es tut mir wirklich, wirklich Leid, dass ihr so etwas erleben musstet.

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  11. Marina schreibt:

    Du bist auf keinen Fall allein mit deinem Standpunkt. Du hast den Text super erzählt und wahnsinn dass du dich trotz des großen psychischen Drucks der anderen so gut verteidigen konntest. Ich kenne ähnliche dummdreiste Aktionen unserer lieben wohlwollenden Mitmenschen aber sie wissen nicht was sie tun.

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  12. kullerruebe schreibt:

    Ich finde dich toll! Und auch ich bin dafür, dass das Mal in der Aldi Zentrale angesprochen wird.

    Wie man auf die Idee kommt, eine Familie in der Situation noch durch solche dummdreiste Laberei zu beleidigen, ist mir ein Rätsel. Da mangelt es doch an jeglichem Mitgefühl und jeder Empathie.

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  13. reisebaby2015 schreibt:

    👍👍👍 unabhängig von der absolut unverschämten Reaktion der Kunden, sind es genau diese Reaktionen, die mich teilweise nervös machen und dadurch ungeduldiger. Ich wünsche mir in dieser Beziehung mehr Gelassenheit, denn leider wird man oft mit derartigen Reaktionen konfrontiert 😬😢

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    • von Zwillingen schreibt:

      Hej Maxgarete, das sehe ich nicht ganz so. Es fehlt mir da eindeutig der Aspekt, auf BEIDE Seiten einzugehen. Mein dreijähriges Kind kann das noch nicht. Ich selbst war in jenem Moment sehr darum bemüht. Ich habe versucht mein Kind aus dem Laden zu nehmen. Es war aber auf gewaltlose Art nicht möglich. Schützende Gewalt (bei Gefährdung des Lebens oder der Gesundheit) wäre hier keine Option. Wir waren in Kontakt und hatten gerade die Kurve bekommen um zu sprechen. Das wurde aber dann mehrfach, durch die anderen Leute, unterbrochen. Niemand bot Hilfe an, auch der Mitarbeiter nicht. Grenzen zu wahren, ist das eine. Aber „nur“ Interessen, und zwar die der Mehrheit, zu vertreten, ist für mich nicht unerzogen, sondern komplett eigennützig und nicht empathisch.

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      • Maxgarete schreibt:

        Wie auch immer. Ich belese mich über „Unerzogen“, um gerade diesen Balanceakt zwischen „die Interessen aller wahren“ vollbringen zu können. Einfach von allen anderen zu erwarten, dass sie grundsätzlich ihre Interessen zurückstecken und ihre Grenzen überschreiten, ist für mich keine realistische Option. Ich nehme daraus für mich mit, dass meine Zweifel an dem Konzept gestärkt werden. Danke dafür, das ist immerhin auch nicht schlecht.

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      • von Zwillingen schreibt:

        Es ist toll, dass du dich dem Thema näherst. Doch die Ballance zu finden, ist keine grundsätzliche Sache. Jede Situation muss immer neu für sich abgewogen werden. Genau dort sehe ich auch die Krux zwischen der von mir beschriebenen Situation und deinen Kommentaren. Ich erwarte niemals, dass alle anderen sich GRUNDSÄTZLICH hinten anstellen müssen. In solche einer Situation jedoch, sollten Erwachsene in der Lage sein, diese auch einzuschätzen. Das Geschehen und dessen Dauer einordnen. Den Kommentar von Yseult finde ich sehr gut… er trifft es.

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      • Katharina schreibt:

        Hey Maxgarete
        Meiner Ansicht nach hast du bei deiner Betrachtung der Situation nicht beachtet, dass sämtliche Kunden die diese negativen und gehässigen Komentare abgegeben haben die Grenzen der Bloggerin und ihrer 3-jährigen Tochter nicht gewährt sondern auch noch massiv übertreten haben. Durch jede dieser Äußerungen würde die Kommunikation zwischen Mutter und Kind massiv gestört und psychischer Druck auf die Mutter ausgeübt. Durch die dadurch entstehende Anspannung bei der Mutter würde die Kommunikation zum Kind schwieriger und dauert dementsprechend länger. Das hat meiner Ansicht nach erst dazu geführt dass ein Mitarbeiter der Filale sich genötigt sah die Mutter und das Kind rauszuwerfen. Das führte meinem Verständniss nach dazu dass die Bloggerin eine solche Anspannung ausstrahlte dass die Tochter merkte dass was ganz und gar nicht stimmt. Trotzdem(!) hat sich die Bloggerin vor ihre Tochter gestellt und hier hat die Tochter dann soviel Empathie gezeigt dass sie die Hand ihrer Mutter genommen und mit ihr raus gegangen ist. Also meiner Meinung nach hat die 3-jährige viel mehr verdtandwn als sämtliche Erwachsene die sich gestört gefühlt haben und bewusst Grenzen verletzt haben was schließlich zu der Eskalation dieser Situation geführt hat. Hätte man Mutter und Kind nicht gestört wäre das wahrscheinlich in wenigen Minuten geklärt gewesen und hätte sich nicht so massiv in die Länge gezogen. Das ist meine Meinung dazu.

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    • Jeannine schreibt:

      Maxgarete, wenn du selbst vor Schmerz schreist, weil dein Blinddarm platzt, erwartest du dann Hilfe oder einen Rausschmiss, egal, wo du bist? Und wer nimmt Rücksicht auf empfindliche (Kinder) Ohren, wenn in diversen Einkaufzentren super laute Musik schallt??? Es wurde bereits mehrfach angemerkt, dass Kinder LERNEN mit überwältigenden Bedürfnissen klar zu kommen. Erwachsene WISSEN und können bei Bedarf reagieren (man kann sich z.B.Zellstoff ins Ohr stopfen, wie auch, wenn man in einem sehr lauten Konzert sitzt).
      Unser Sohn war immer sehr schnell bei den geringsten (Für mich) Anlässen überreizt, überwältigt. Er hat sehr Maut geweint, egal wann und wo. Es war manchmal so schlimm. Die Reaktionen dieser anderen Kunden und des Filialleiters habe ich in allen Facetten u d Formen bei den unterschiedlichsten Anlässen kennengelernt. Zeitweise habe ich mich nirgends hingetraut. So darf das nicht sein! Keine Mama darf so bloßgestellt, so gedemütigt werden. Es sollte Hilfe angeboten werden, ein warmes Lächeln, welches Verstehen ausdrückt, das ist hilfreich. Alles andere verursacht einen wahnsinnigen Druck, der Übergriffe auf Kinder begünstigt. Nicht jede/r hat so wunderbare Kraft, dem Stand zu halten. Vor allem, wenn man oft in solche Situationen gerät. Und das hat nichts mit UNERZOGEN zu tun sondern mit WISSEN, dass es mit Kindern mal so sein kann und auch darf.

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      • Susanne schreibt:

        Als ich noch keine Kinder katte, war ich auch manchmal schnell genervt von solchem Gebrüll. Aber angesprochen und belehrt habe ich deshalb niemanden.
        Heute würde ich Hilfe anbieten, da ich weiß, dass es mit Zwillingen (oder Kleinkindern mit geringem Altersabstand) eben doppelt so knifflig ist. Nicht nur, dass die Mama das wütende Kind verstehen und beruhigen möchte, sondern gleichzeitig soll sie auch immer noch ein Auge auf das andere Kind haben, damit es nicht wegläuft, auch zu schreien anfängt etc. Wie sollte denn das ohne Hilfe draußen vor der Tür mit herumfahrenden Autos möglich sein?!?!
        Da hätte der Filialleiter ein positives Beispiel geben können und z.B. beiden Kindern eine Kleinigkeit anbieten, ein paar Erdbeeren, Kirschen oder auch ein Bonbon. Einfach zum Ablenken – denn das hätte vielleicht auch schon HELFEN können, dass Kunden und Mitarbeiter von dem „Krach befreit“ werden. Aber immer erstmal meckern, statt nach Lösungen für ALLE zu suchen – finde ich generell in unserer Gesellschaft sehr verbreitet. Sehr schade!

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  14. Barbara schreibt:

    Ich bin beeindruckt und habe großen Respekt vor Dir!
    Ich wär (zum Glück) noch nie in einer solchen Situation, aber ich weiß, dass ich nicht die Stärke hätte mich so zu verhalten, aus Angst vor den anderen Menschen 😦
    Ich denke, Dein Mädchen hat gemerkt, dass Dir in der Situation nicht wohl war und natürlich auch mitgehört, was zu DIr gesagt wurde. Die Kleinen sind super empatisch und merken ganz schnell, wenn wir Eltern uns nicht wohlfühlen. Und so hat sie sich vermutlich dann sozusagen um Dich gekümmert. 🙂

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  15. B* schreibt:

    Hey du Liebe,

    wow, Respekt, dass du diese Situation so souverän gemeistert hast. Ich war beim Lesen richtig aufgewühlt, denn unsere Kleine nähert sich der Autonomiephase und genau solche Situationen gehören nicht zu meinen Lieblingsvisionen.
    Weißt du, wenn ich hinter euch in der Schlange gestanden hätte, hätte ich dir kurzerhand ne Schoki mitgekauft und als Nervennahrung in die Hand gedrückt. Ich denke, es ist in so einer Situation allen mitlebenden Personen im direkten Umfeld nicht verboten, kreative und liebevolle Ablenkungsversuche auszuprobieren um Ihre ‚Interessen‘ und ihr Bedürfnis nach Ruhe zu wahren…der nette und respektvolle Umgang mit anderen Menschen scheint leider eine Ausnahme darzustellen. Umso toller, dass du deinen Kindern so einen Umgang beibringst.

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  16. Judith schreibt:

    Ich hatte gerade dicke Krokodilstränen in den Augen, als ich von deinem Tag gelesen habe.
    Du hast das alles so toll gemacht. Was man eben in solch einer Situation tun kann und sollte. Davon könnten sich viele Eltern/Großeltern eine Scheibe abschneiden.

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  17. nsalo82 schreibt:

    Du hast super reagiert und definitiv richtig gehandelt!

    Es ist immer wieder traurig wie fremde Menschen null Rücksicht auf Kinder und Situationen wie diese nehmen können! Du bist auch Kunde und die Entscheidung des Marktleiters war auch daneben… statt auf das Kind einzugehen…
    solch ein Verhalten macht die Situation nur noch schlimmer…

    Die heutige Welt ist ja sowieso nur noch gestresst…

    Deswegen ist es wichtig trotz allem Cool zu bleiben… auch wenn es sehr an den Nerven zehrt!
    Trotz allem, Alles richtig gemacht !!!

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  18. Mel schreibt:

    Ich finde, du hast das sehr gut gelöst, ich hätte evtl. verbal die Grenzen des Filialleiters verletzt.
    Wir hatten schon ähnliche Situationen, saßen z.Bsp. fast 10 Min zusammen auf dem Boden vor den kl. bunten Einkaufswägen bei dm, weil der Einkauf vorbei war, mein kl. Mann den aber nicht zurückstellen wollte.
    Da haben ein paar Leute herablassend geschaut, gesagt hat keiner was.

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  19. Theresa-Christine schreibt:

    Einfach nur WOW! So viel Rückgrat deinerseits! Ich bin schier sprachlos! Es wurde schon alles gesagt, ich kann nichts mehr als meine Anteilnahme hinzufügen. Habe nun einen Kloß im Hals, kann deine tränenden Augen und ALLES ANDERE DEINERSEITS so nachvollziehen und ziehe den Hut vor dir! Wieder ein großes Vorbild mehr. Vielen Dank für deinen Bericht!

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  20. Steffi schreibt:

    Super reagiert!!! Da kann ich mich nur anschließen!!! Eine echt tolle und starke Mama haben deine Zwillinge!
    Aber ganz was anderes: müsst ihr denn wirklich bei Aldi & Co einkaufen? Dort wird ja nicht gerade Respekt vor Lebens-Mitteln vorgelebt. Ich finde es total schade, dass es bei uns so normal ist, beim Discounter einkaufen zu gehen – und das geht an alle 😉

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  21. Monika schreibt:

    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Ich habe selbst zwei Kinder (4 und 2) und solche Wutausbrüche beim Einkauf schon häufiger erlebt. Rausgeschmissen wurden wir nie, das lässt gesellschaftlich wirklich tief blicken. Gewisse Blicke, Kopfschütteln o.ä. sind mir aber nicht unbekannt.
    Ich freue mich vor allem deshalb über deinen Bericht, weil er mich bestärkt und mir Kraft gibt. Ja, ich denke, eine bedürfnisorientierte Erziehung erfordert oft mehr Kraft (es ist eben einfacher, einem schreienden Kind den Willen zu nehmen als genau diesen zu respektieren). DAS sollte mehr gewertschätzt werden.
    Also bravo zu deinem gelungenen Tag! 😃

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  22. Jana schreibt:

    Wow, auch ich bewundere respektvoll deine Reaktion!
    Ich habe auch einen kleinen Sohn, der manchmal unerwartet im Geschäft plötzlich überfordert wilde Aktionen macht. Ich kenne das zu gut. Zum Glück wurde ich noch nie blöd angemacht, hab eher einen mitfühlenden Blick bekommen.
    Nicht immer hat auch eine Mutter die Zeit den Laden einfach zu verlassen, nur um allen anderen ihre Ruhe zu gönnen – manchmal muss der Einkauf eben gemacht werden. Also: Konflikt/ Überforderung/ unerfülltes Bedürfnis sofort IM Laden lösen. Dabei möglichst Ruhe ausstrahlen, sonst dauert das alles noch länger, wenn man sich jetzt mit aufregt. Genießen tut das wohl keine Mutter der Welt, dass alle gerade leiden. Jedoch hinkt hier der Vergleich von Erwachsenen und Kindern, wenn man die Bedürfnisse aller gleichermaßen berücksichtigen möchte. Kinder sind in solchen Situationen dem Gegenüber ausgeliefert, sie brauchen es, um sich selbst zu regulieren, denn für sie ist das tatsächlich ein Zustand, in dem es um Leben oder Tod geht. Übergeht man nun ihre große innere Not (denn nur zum Vergnügen schreit kein Kind so herum), verliert man langfristig das Vertrauen und die Bindung zum Kind, in ihm stirbt etwas unwiederbringlich ab. Schleift man sie auch noch gewaltvoll, sogar schimpfend aus dem Geschäft verstärkt sich diese Tatsache nur noch drastischer.
    Was für eine Gesellschaft, was für gefühllose Mitmenschen, die eine derartige Kindeswohlgefährdung verlangen von Müttern. Zumal alle anderen Erwachsenen im Laden diesen ja durchaus lauten, stressigen, nervigen Vorfall in 10 min vergessen haben und es keinerlei negative Auswirkungen auf ihre Psyche und ihr späteres Vertrauen ins Leben genommen hat.
    Ich wünsche mir mehr Mütter wie dich.
    Habt Mut, seid stark, setzt euch durch!

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