Spielzeug – Was tut Not?

Zu gern würde ich auch an dieser Stelle die Endung -frei benutzen. Doch spielzeugfrei sind wir nicht. Aber immerhin spielzeugreduziert. Als unsere Zwillinge gerade 7 Wochen alt waren, zogen wir um. Zeit zum aussortieren hatte ich damals nicht. Und danach, tja, da waren andere Sachen dran… Insgesamt war es mein achter oder neunter Umzug, und normalerweise brauchte ich bisher immer maximal eine Woche bis ich alles ausgepackt und komplett eingerichtet hatte. Davon war ich hier weit entfernt. Es dauerte Monate bis überhaupt mal alle Kartons gesichtet und ausgepackt waren. Und als das erledigt war, lag die Arbeit ja erst noch vor mir.


Wir wohnten jetzt mit 5 Personen in einer kleinen 3,5 Zimmer-Doppelhaushälfte mit ca. 72qm auf drei Etagen. Weniger Wohnraum als in der vorherigen Altbau-Wohnung, die 4 Zimmer und gut 92qm hatte. Aber von nun an hatten wir einen eigenen Garten. Da knautscht man sich gern zusammen.

  • Ein Zimmer oben bewohnt unsere große E.
  • Ein Zimmer oben ist unser Schlafzimmer. 2,5x3m groß, darin sind 2,4x2m Bett für vier Personen und mein Sekretär/ Arbeitsplatz
  • Ein Wohnzimmer, in dem auch die Spielsachen wohnen
  • Ein Zimmer im Keller. 3x3m groß. hier stehen die Kleiderschränke von Mama, Papa und den Kleinen.

Erst fast zwei Jahre nach dem Umzug ging es ans Eingemachte. Ich wollte entrümpeln, und zwar gründlich. So befragte ich das Internet nach  erprobten und produktiven Verfahren und wurde fündig. Marie Kondo, eine junge Japanerin, hatte eine neue Methode entwickelt, die Methode: Magic Cleaning. Ihr könnt mir ja viel erzählen, dachte ich und wollte erstmal Näheres hierzu wissen, ehe ich mir das Buch kaufte. Es gab Leseproben und Videos kostenfrei im Netz. die überzeugten mich, und so kaufte ich mir das Taschenbuch zum erschwinglichen Preis von 9,95€.

Was soll ich sagen? Es funktionierte. Obwohl ich der Meinung war, schon total viel aussortiert zu haben, kamen aus allen Ecken noch Unmengen an Krempel, den ich vorher nicht als solchen identifiziert hatte. Und plötzlich war es ganz leicht mich davon zu verabschieden. Warum diese Geschichte? Weil ich in diesem Zuge auch die Abteilung Spielsachen in unserem Hause bearbeitete. Und weil es einfach tatsächlich mega befreiend war, so vieles loszuwerden. Als wäre eine große Last von mir genommen. Diese ganzen „kann ich doch bestimmt irgendwann nochmal gebrauchen“ oder „ach, das ist doch ganz schön“- Haufen verschwanden und ich lernte, dass freier Platz viel viel schöner ist als gehortete, auf Verdacht angesammelte und aufbewahrte Dinge.

Vor allem der ganze Kleinkram für Kinder ging mir tierisch auf die Nerven. Kleine Dekofiguren, die Kinder auf Flohmärkten in die Hand gedrückt bekommen oder Verlegenheits-Adventskalender-Geschenke, damit halt irgendwas im Säckchen ist. Nee! Das wollte ich nicht mehr! Außerdem war es mehr als augenfällig, dass unsere Kleinen sowieso am Liebsten mit den Sachen spielen, die offiziell gar nicht als Spielzeug betitelt sind: Kochtöpfe, Stricksachen, Werkzeug, Schrauben, Verbandskasten und so weiter… Das Kondo-System ist ja schon sehr gut ausgetüftelt. Da ich so schön drin war, fiel es mir dann auch nicht mehr schwer, mich von dem Spielkram zu trennen.

Meine damals 11 jährige Tochter hatte sowieso, bis auf eine Mischung aus Lego friends und classic Lego, keine Spielsachen. Dafür ein großes Regal mit mehr als 400 Büchern in ihrem Zimmer. Hier hätte ich mich auch nicht eingemischt, selbst wenn es da mehr zu entrümpeln gegeben hätte. Ihre Sachen, ihr Ding. So kümmerte ich mich nur um die Spielsachen der kleinen, damals knapp 2 jährigen, Damen.

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Was es jetzt noch bei uns gibt:

  • Lego duplo (in rauen Mengen)
  • Bauklötze aus Holz in Natur (so richtig schöne, selbst gemacht von dem Vater einer Freundin) + ein bunter Haufen
  • Bücher (Pixies, zum Vorlesen und Wimmel)
  • Malsachen (Buntstifte, Tusche)
  • Puppen (je Kind zwei Stück, eine kleine und eine große)
  • Kuscheltiere (jeweils einen tollen Teddy und meine alte Regina Regenbogen-Sammlung und meine Stoffpuppen, die ich für Trageanleitungen benutzen wollte)
  • Bilibo [kl!ck h!er]
  • Krabbeltunnel von IKEA
  • zwei Wippbananen von IKEA
  • vier Schaumstoffwürfel (30x30cm)

Im Garten:

  • Fahrzeuge (Puky Wutsch, ein 2in1 Laufroller/ Laufrad und andere große Fahrzeuge)
  • Kletterhaus von Quattro
  • Schaukel
  • Rutsche
  • Sandkiste
  • Kreide
  • Bälle
  • Trampolin

Joa, insgesamt immer noch ein Haufen. Aber die Sachen werden auch benutzt. Die Regina Regenbogen und der Tunnel nehme ich oft mit in den Keller und hole sie nur dann hoch, wenn die Damen sie entdecken und wirklich damit spielen wollen.


Da wir kein Sofa mehr haben, aber im Rahmen des Magic Cleaning die Bettensituation geändert wurde und Matratzen „über“ waren, habe ich diese nach einiger Bedenkzeit einfach durchgeschnitten. Jetzt haben wir 2 Stück in 140x100cm und 4 Stück in 100x100cm. Damit kann herumexperimentiert werden. Mal liegen sie übereinander und es fühlt sich fast an wie auf einem Sessel, oder sie werden hochkant hingestellt und mit Decke drüber zur Höhle, oder nebeneinander zu einer Schlafstätte. In jedem Fall macht es Spaß und ich finde es viel viel toller als ein schnödes, starres Polstermöbel.


Spielzeugfrei klingt so schön. Ich mag einfach die Endung. Frei. Wer mag nicht frei sein? Es ist auf jeden Fall noch viel mehr als nur das Notwendige bei uns zu finden. Doch für uns ist es in Ordnung, so wie es gerade ist.

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