Mamas Tee – Entspann dich!

11.05.2017

Wer unsere kleine E heute Abend in der Stube hätte hören können, hätte vielleicht gerätselt. Was sagt sie denn da bloß? „Mamas Tee!“ oder „Mama, Tee!“ ?? Wer aber das Bild zum Ton gesehen hätte, wäre vermutlich direkt drauf gekommen. Die kleine Dame hatte das Kinderyoga-Buch im Regal wiederentdeckt, die Spielfläche frei geräumt, Mama geholt und sich daran gemacht alle Übungen zu vollführen bzw. alle Bilder, die zu sehen waren, nachzustellen. So schön.


Ich selbst habe im Sommer 2016 Yoga, genauer gesagt Yin Yoga, für mich entdeckt. Weil meine Sectionaht, die zu diesem Zeitpunkt schon älter als zwei Jahre war, mir Probleme/ Schmerzen bereitete, wollte ich Abhilfe schaffen. Über Begriffe wie Narbenentstörung und Narbentherapie kam ich über Faszientherapie zu Yin Yoga. Dort las ich mich fest. Sport hatte ich schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gemacht. Ich wollte auch kein mega Fitnessprogramm starten, sondern schonend zu Schmerzfreiheit gelangen. Nach einer durchlesenden Nacht bestellte ich mir im Internet tatsächlich eine Yoga-DVD, und zwar „Yin Yoga – Der sanfte Weg zur inneren Mitte“ [kl!ck h!er] von Stefanie Arend [kl!ck h!er].   Auch ein Buch von ihr lag mit im Warenkorb: Vital und Gesund durch Faszien Massage [kl!ck h!er].

Am nächsten Tag erzählte ich meinem Mann davon und wurde belächelt. Dachte ich zumindest, wie sich später herausstellte, galt der Unterton eher dem Gedanken, dass ich mir jetzt schööön eine Yoga-DVD kaufe und die genauso schööön im Regal stehen lasse. Dieser Erwartung wurde ich aber nicht gerecht. Ja, es dauerte eine Weile, ehe ich die Scheibe zum ersten Mal in den Rekorder schob, aber ich tat es. Meine bis dahin einzigen Erfahrungen in diesem Bereich hatte ich 11 Jahre zuvor beim Schwangeren- und Rückbildungsyoga gemacht. Die Klänge, die dazu passenden Bilder und die gesenkte Stimme, lösten erstmal ein „Oha…“ in mir aus. Aber ich ließ mich drauf ein. Meine Kinder und mein Mann waren zugegen. Das störte mich aber überhaupt nicht. Mein Mann war an dieser Stelle sogar ganz praktisch, konnte er, als ehemaliger Sporttrainer, doch meine Körperhaltung überprüfen und korrigieren.


Das Tolle am Yin Yoga ist für mich die Passivität mit der man die Übungen macht. Im Grunde sind es Dehnübungen, die man für lange Momente, gern drei Minuten oder länger, hält. Es ist unbedingt von Vorteil, wenn man sich vorher nicht aufwärmt, denn so werden die inneren Schichten, die Faszien, gedehnt. Und genau das ist der Clou.

Der individuelle Aspekt ist beim Yin Yoga sehr wichtig. Vor allem dann, wenn man ganz neu anfängt. Es geht nicht darum, sich selbst unter Druck zu setzen indem man sich hohe Ziele steckt, sondern es geht darum einfach zu sein. Sich zu spüren und seinem Körper die Zeit und den Raum zu geben, den er benötigt. Der gewünschte Effekt ist spürbar

Als ich die erste Übung machte, wollte ich fast gleich wieder aufhören: Vorbeuge im Sitzen. Bei dieser Übung sitzt man mit ausgestreckten Beinen auf dem Boden und der Oberkörper wird nach vorn bewegt, so weit wie es individuell möglich ist. Geübte Menschen kommen bei besagter Übung mit dem Oberkörper ganz herunter. Das sieht toll aus. Das wollte ich auch. Ich kam ungefähr so weit, dass mein Kinn auf dem Brustbein lag. Nicht ganz so weit wie erhofft. Bewegung aus dem Rücken nach vorn? Null. Ach du je.

Das Gleiche später im Stehen. Kennt wohl jede_r von uns. Füße hüftbreit auseinander, nach vorn beugen und versuchen mit den Händen so weit hinunter, wie der Körper es erlaubt. Versuchen war bei mir das Stichwort. Joa. Ich kam ungefähr bis kurz unters Knie. Dass ich keine Ballerina war, wusste ich, aber dass ich ungefähr so beweglich war wie eine Kartoffel, das traf mich schwer. Blödes Yoga. Ich bin eben ungelenkig, dachte ich, noch unwissend. Und nun?

Nun kamen meine Motivation und mein guter Glaube ins Spiel. Ja, ich war steif wie ein Brett, aber genau das sollte sich ändern. Doch auch um das ein wenig zu ändern machte ich doch diese Übungen. Also blieb ich am Ball, machte anfangs täglich eine Sequenz der DVD und sah schon bald die ersten Veränderungen. Ich berührte aus dem Stand mit den Händen den Boden! Ich kam mit dem Oberkörper tatsächlich in Richtung meiner Beine! Und es tat sich noch etwas total Abgefahrenes: das, was in der Tiefe vergraben war, löste sich. *kreisch* Ich hatte Schmerzen! Überall! Es fühlte sich an wie Muskelkater, war aber ganz klar nicht in den Muskeln zu orten. Sondern „irgendwo darunter, weiter innen“. Ich überlegte, was das sein könne. Fragte eine Freundin, die seit Jahren Yoga praktiziert und sehr versiert ist. Nachdem wir ausschließen konnten, dass ich die Übgungen falsch ausführte, fragte ich, ob es sein könne, dass da einfach etwas gelöst wurde. Etwas Altes, Schweres, das sich jetzt seinen Weg sucht. Gut möglich, lautete ihre Antwort.

Weil ich aber wirklich wirklich verunsichert war, setzte ich mich einfach kurzerhand an den Rechner und nahm Kontakt zu Stefanie Arend auf. Schließlich war sie in diesem Moment meine Yogalehrerin, wenn auch „nur“ aus der Ferne und bis dato ohne ihr Wissen. Ich schilderte ihr meine Situation und erhielt fast umgehend eine ausführliche und bezugnehmende Antwort von ihr. Ferndiagnose ist ja schwerlich möglich, aber sie bestätigte mir, dass meine Annahmen (Lösen von Toxinen, Emotionen und das Drumherum) zutreffend sein könnten. Das beruhigte mich sehr.

Emotionen lösen. Einige finden sowas „voll eso“ oder denken, es sei einfach nur Spökenkram, ist es aber nicht. Wenn man Lust hat sich drauf einzulassen, ist es wahr. Na klar, vielleicht war ich auch einfach nur krank, in diesen Tagen, aber ich bin überzeugt davon, dass das aus meinem Körper kam, und zwar nicht als Erkältung, sondern als Altlast. Einige der Übungen sind nämlich sogenannte „Hüftöffner“. Und es heißt, dass vor allem in der Hüfte Emotionen gespeichert werden. Wenn ich da nun nach 36 Jahren anfange rumzuöffnen und zu doktern, soll sich wohl etwas lösen. Ich war überwältigt von der Kraft dieses Schubes. Zeitgleich auch überrascht. Doch ich dachte an meine Intention, die  mich dazu gebracht hatte, überhaupt damit zu starten: meine Sectionaht. Kein Wunder also, dass es mir ging, wie es mir ging. Aber der Schmerz legte sich wieder. Doch erst nach einigen Tagen, an denen ich kein Yoga praktiziert hatte. Ich ruhte.


Als ich wieder anfing mit den Übungen, fühlte es sich schon irgendwie anders an. Überhaupt, bei dieser wundervollen Yoga-Variante sind schon sehr schnell Änderungen zu sehen und zu spüren. Anfangs machte ich nur zwei Sequenzen im Wechsel. Dann bekam ich Lust auf noch mehr und bestellte mir auch noch Yin Yoga – Entspannt zu Ausgeglichenheit und Gesundheit [kl!ck h!er]. Knapp 600 (!) Minuten sind auf dieser DVD. Mehrere Sequenzen, darunter auch eine für Schwangere. Richtig gut finde ich an Stefanies Videos, dass sie immer auch zeigt, wie man die Übungen variieren kann, wenn man nicht so beweglich oder aus andere Gründen eingeschränkt ist. So verliert man nicht gleich den Mut.

Beeindruckend fand ich von Beginn an, dass ich sehr oft bei der Endentspannung einschlafe. Ganz gleich, ob ich allein bin oder meine beiden Kleinkinder samt großer Schwester und Vater in voller Lautstärke um mich herumturnen. Dass es wirkt und ich keine absolute Abgeschiedenheit benötige, ist für mich damit bewiesen.

Einer meiner liebsten Fortschritte für mich ganz persönlich ist, dass ich den Sattel [kl!ck h!er] mittlerweile komplett ohne Hilfsmittel und für relativ lange Zeit, nämlich gern auch mal eine Viertelstunde, machen kann. Insgesamt bin ich viel beweglicher geworden. Allein das gibt mir einen richtigen Schub. Mein Körper fühlt sich besser an.

Mein aktueller Stand? Ich kann im Stehen meine Handflächen auf den Boden legen. Ich komme im Sitzen mit dem Kopf auf die Beine. Alles natürlich ohne aktiv nachzuziehen oder wippende Bewegungen zu machen. Einfach aus mir selbst heraus. Ohne, dass ich mir diese Zeile vorher fest gesteckt hätte. Ich wollte einfach nur aktiv sein. Mein Körper dankt es mir. Und ich danke ihm.


Einen wertvollen (wie ich finde) und praktischen Tipp möchte ich an dieser Stelle geben: Die meisten Stillmütter, egal ob mit Einling oder Mehrlingen, kennen das tolle Gefühl, wenn man morgens total schief und steif und holzklotzmäßig aus dem Bett steigt. Vor allem in Clusterphasen liegt man oft stunden oder ganze Nächte lang in den unbequemsten Positionen. Hier bringt die stehende Vorbeuge [kl!ck h!er] eine wirklich große Erleichterung. (Alles Wissenswerte hierzu findet ihr auf der verlinkten Seite.) Ich hänge morgens gern für drei Minuten so nach vorn. (Da Zeit ja manchmal rar ist, bin ich dazu übergegangen mein Haar manchmal währenddessen zu bürsten. Denn ob die Arme lang herunter hängen, verschränkt sind oder mein Haar bedienen, macht bei mir morgens keinen Unterschied. Ich habe es getestet.) Nach diesen Minuten fühle ich mich auf jeden Fall befreit vom Bett-Syndrom und kann mich wieder gut bewegen. Aber auch zwischendurch kann man diese Übung herrlich einbauen. Auch viele andere Übungen aus dem Yin Yoga. Alles, was im Sitzen gemacht wird, variiere ich auch gern mal auf dem Spielteppich (oder wo auch immer wir gerade sind) neben den Kindern. Gern nutzen sie das um auf mir herumzuklettern, was sie aber auch so andauernd machen.


Weil ich von diesem großen Ganzen so angetan war (und nach wie vor bin), wanderten nach und nach insgesamt vier von sechs Büchern von Stefanie Arend in meine Hände:

Sie sind eine super Ergänzung zu den Videos und bieten einfach noch mehr Hintergrundwissen, was dann auch irgendwie dazu gehört.


Fakt ist zumindest, dass Yin Yoga etwas außerordentlich Großartiges ist! Dass es eben das Yin war, dass mir fehlte, hatte ich nicht bewusst registriert. Aber nachdem ich damit begonnen hatte, wurde mir klar, wieviel Yang es schon in meinem Leben gibt, und dass die Balance fehlte. Oft übersieht man das Offensichtliche. Ich glaube, ich bin der Verbindung von Körper, Geist und Seele ein bißchen näher gekommen.

In diesem Sinne:

Namasté

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Dankeschön!

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